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Ottone Orseolo
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Ottone Orseolo (* 993 in Venedig; † FrĂŒhjahr 1032 auf dem RĂŒckweg von Konstantinopel nach Venedig) war, folgt man der sogenannten venezianischen Tradition, also der seit dem 14. Jahrhundert zunehmend staatlich gesteuerten Geschichtsschreibung der Republik Venedig, ihr 27. Doge. Er regierte von 1009 bis 1026 und starb in der Verbannung. In den zeitlich nĂ€heren Quellen erscheint er als Otto oder Otho, ergĂ€nzt durch verschiedene Varianten von Ursiollo; sein Taufname war Petrus, bzw. Piero. Die Kenntnisse ĂŒber die venezianische Geschichte sind ab diesem Dogen wieder wesentlich geringer als zuvor, da im Jahr vor seiner Wahl die Istoria Veneticorum des Johannes Diaconus abbricht, die als bei Weitem wichtigste erzĂ€hlende Quelle zur frĂŒhen Geschichte der Stadt gilt.

Contents

‱ Familie
‱ Rezeption
‱ Quellen
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Einordnung in den historischen Zusammenhang

Heiratsallianzen und die Besetzung von hohen Kirchenpositionen waren ein Kennzeichen der Politik der Orseolo, die eine Art Erbmonarchie anstrebten. Diese Familienpolitik griff bis in beide Kaiserreiche aus, genauso aber in die benachbarten HerrscherhĂ€user. 1011 heiratete Ottone eine Tochter des Königs von Ungarn. DarĂŒber hinaus besetzte die Familie den Sitz des Patriarchen von Grado und des Bistums Torcello und damit zwei der bedeutendsten KirchenĂ€mter. Die Wiederherstellung der AutoritĂ€t Venedigs in Dalmatien gelang in Abstimmung mit Konstantinopel ebenfalls.

Das westliche Kaiserreich hingegen unterstĂŒtzte den Patriarchen von Aquileia Poppo. Dieser versuchte, sich das Patriarchat Grado unterzuordnen, indem er es zu seinem Suffraganbistum machte. Dies bedrohte sowohl die Machtstellung Venedigs, als auch die der Orseolo, denn Orso Orseolo war dort Patriarch. Als Ottone in Folge eines Volksaufstands, den die Flabanico und die Gradenigo wohl angefeuert hatten, vertrieben wurde, ĂŒbernahm sein Bruder Orso, obwohl Kleriker, als eine Art Vizedoge das Amt. Venedig rief Ottone Orseolo zurĂŒck, dem die RĂŒckeroberung des von Poppo bereits besetzten Grado gelang.

Es drohte nun eine Ausweitung des Konflikts auf das Römisch-deutsche Reich und bis nach Rom. Unter FĂŒhrung des Domenico Flabanico bemĂ€chtigte sich eine Gruppe von AufstĂ€ndischen des Dogen und verjagte ihn aus Venedig. An seine Stelle trat 1026 als Doge Pietro Centranico, eine „Kreatur“ des Domenico Flabanico. Ottone ging ins Exil nach Konstantinopel, doch war seine Familie damit keineswegs entmachtet.

In Konstantinopel starb zwar 1028 der Kaiser, der der Schwiegervater des Àlteren Bruders von Ottone, nÀmlich von Giovanni (Johannes) gewesen war, doch blieb, auch wenn dieser gleichfalls lÀngst verstorben war, die Partei der Orseolo weiterhin einflussreich.

Die UnfĂ€higkeit Centranicos, ein Mittel gegen die Unruhe in Dalmatien und gegen den Patriarchen Poppo zu finden, der mit RĂŒckendeckung Konrads II. den Handel der Venezianer schĂ€digte, fĂŒhrte schließlich zu seinem Sturz. Der Patriarch Orso Orseolo ĂŒbernahm die Regentschaft und ließ Ottone aus Konstantinopel zurĂŒckrufen. Doch starb dieser auf der RĂŒckreise (?) im FrĂŒhjahr 1032.

Am Ende ĂŒbernahm Domenico Flabanico noch im selben Jahr die Macht. Ihm gelang es 1040, die Erbmonarchie in Venedig endgĂŒltig auszuschließen, womit in Venedig eine neue Epoche der Verfassungsentwicklung begann.

Familie

Ottone Orseolo gehörte zu einer einflussreichen tribunizischen Familie, die mit seinem Vater Pietro II. Orseolo und Pietro I. bereits zwei Dogen gestellt hatte. Mit gerade einmal 12 Jahren wurde er mit Erlaubnis der Volksversammlung zum Mitdogen erhoben, nachdem sein Ă€lterer Bruder Giovanni (Johannes) mitsamt seiner Familie an der Pest („pestilencia“) gestorben war. Seine BrĂŒder Orso und Vitale bekleideten als Bischof von Torcello und Patriarch von Grado die höchsten geistlichen Ämter.

Herkunft und Heiratspolitik

Ottone war eines von neun Kindern des Dogen Pietro II. Orseolo und seiner Frau Maria, Tochter des Dogen Vitale Candiano. Als drittgeborener Sohn wurde er im Alter von drei Jahren Patensohn Ottos III., des römisch-deutschen Kaisers. Verheiratet war er ab 1011, angeblich mit „Geiza“,cite-ref-1[1] einer Tochter des ungarischen GroßfĂŒrsten GĂ©za aus dem Geschlecht der Arpaden. Durch seine Heirat wurde er zum Schwager von Stephan I., des ungarischen Königs und Heiligen. Der Sohn Ottones und seiner ungarischen Frau, Pietro Orseolo, wurde von Stephan zu seinem Nachfolger als König bestimmt (in der deutschsprachigen Historiographie „Peter Orseolo“). Er regierte Ungarn von 1038 bis 1041 und, nach einer dreijĂ€hrigen Unterbrechung, von 1044 bis 1046. Eine Tochter des venezianisch-ungarischen Paares namens Froiza, Froila oder Domenica, auch Frozza genannt, heiratete den Babenberger Markgrafen von Österreich, Adalbert.cite-ref-2[2]

Pietro II. Orseolo, der Vater und VorgĂ€nger Ottones, unterhielt hervorragende Beziehungen zu beiden Kaiserreichen, die durch die Schaffung von VerwandtschaftsverhĂ€ltnissen, durch Patenschaften und Ehen gefestigt wurden. Dazu wurde auch Ottone eingesetzt. Dessen Taufname war Piero (Petrus), doch im MĂ€rz 996 wurde er in Verona auf Veranlassung des zur Krönung nach Rom ziehenden Kaisers Otto III. gefirmt, wobei der Kaiser als Firmpate fungierte, dessen Namen der Firmling zugleich erhielt.cite-ref-3[3] Als Otto III. keine zwei Jahre spĂ€ter aus Anlass der Usurpation des römischen Patriziers Crescentius erneut gen Rom zog, sandte der Doge Pietro II. Orseolo auf kaiserlichen Wunsch seinen kaum fĂŒnfjĂ€hrigen Sohn Ottone mit einem Prunkschiff und einer kleinen Flottille dem Firmpaten poaufwĂ€rts bis Ferrara entgegen. Die Flottille nahm den Kaiser und sein Gefolge auf und brachte ihn bis nach Ravenna, von wo Otto den jungen Dogensohn zurĂŒck nach Venedig schickte.cite-ref-4[4]

Im Jahr 1004 begleitete Ottone seinen Ă€ltesten Bruder Giovanni (Johannes), der bereits Mitdoge war, nach Konstantinopel. Johannes heiratete dort Maria, eine Tochter des Patricius Argiros, eines kaiserlichen Verwandten, der spĂ€ter selbst Kaiser wurde. Doch 1007 starben sowohl Johannes als auch Maria und ihr gemeinsamer Sohn Basilios in Venedig, wie es heißt, an der Pest. Da die beiden anderen BrĂŒder Geistliche waren und daher fĂŒr ein weltliches Amt wie das eines Dogen nicht mehr in Frage kamen, wurde Ottone nun seinerseits zum Mitdogen seines Vaters. Als dieser starb, wurde er selbst im Alter von 16 Jahren zum Dogen erhoben. Von Ottones vier Schwestern gingen drei ins Kloster, wĂ€hrend Hicela (Icella) Stephan (Stjepan) heiratete, den Sohn des kroatischen Königs Svjetoslav.cite-ref-5[5]

Nicht ohne politisches Talent heiratete er 1011 eine Tochter des Königs von Ungarn und Schwester des spĂ€ter heiliggesprochenen Stephan. Sie starb allerdings 1026. Als 1018 der Patriarch von Grado, Vitale Candiano, nach fast fĂŒnfzigjĂ€hriger Amtszeit starb, erreichte die Familie, dass Ottones Bruder Orso, der bis dahin Bischof von Torcello gewesen war, Candiano im Amt folgte. Dieses Amt ĂŒbernahm wiederum ein weiterer Bruder, nĂ€mlich Vitale, der kaum 20 Jahre alt war. Damit waren die höchsten WĂŒrden in der Hand der Orseolo.

Das Dogenamt

Bis 1016 gelang es dem jungen Dogen, den Bischof von Adria zur Abtretung einiger Gebiete bei Loreo zu zwingen, und 1018 erreichte er sogar die Wiederherstellung der unsicheren AutoritĂ€t Venedigs in Dalmatien. Dort agierten kroatische Flotten als Piraten und bedrĂ€ngten die StĂ€dte, allen voran Zara. Durch das Aufbieten der venezianischen Flotte gelang ihm in Dalmatien ein Ă€hnlicher Erfolg wie im Jahr 998 oder 1000 seinem Vater. Klerus, Prioren und Volk von Arbe, Veglia und Ossero leisteten Tribute, Zara, Spalato, TraĂč und Ragusa erneuerten ihre Treueide. Ebenfalls wie sein Vater handelte Ottone Orseolo in Abstimmung mit Konstantinopel, wo es Kaiser Basileios II. gelang, das Bulgarenreich unter Zar Samuel 1018 endgĂŒltig zu zerschlagen, und gleichzeitig Melus von Bari zu besiegen.

Hingegen kĂŒhlten sich die Beziehungen zum westlichen Kaiserreich ab. Dieses unterstĂŒtzte im Gegenteil die Ambitionen des Patriarchen von Aquileia Poppo. Das Patriarchat Aquileia lag seit Jahrhunderten in Konflikt mit dem Patriarchat Grado, das Poppo versuchte wieder zu seinem Suffraganbistum zu machen. Dazu intervenierte er bei Papst Benedikt VIII. Poppos Vorgehen bedrohte nicht nur die Stellung Venedigs, sondern auch die gesicherte Machtposition der Orseolo, spĂ€testens seit Orso dort Patriarch war.

Der Konflikt eskalierte, als Ottone aus Venedig vertrieben wurde. Dies wiederum war die Folge eines Volksaufstands, den die Flabanici und die Gradenigo wohl angefeuert hatten. Letztere waren dadurch brĂŒskiert worden, dass der Doge die Wahl des 18-jĂ€hrigen Domenico Gradenigo zum Bischof von Olivolo, dem spĂ€teren Castello im Osten Venedigs, hintertrieb. Ottone, dem sein Bruder Orso als eine Art Vizedoge folgte, erschien in Istrien auf Gradenser Gebiet, wĂ€hrend Poppo die Gelegenheit nutzte, Grado zu besetzen und zu plĂŒndern. Venedig rief daraufhin den Orseolo zurĂŒck, dem die RĂŒckeroberung von Grado gelang. Der Sieger ließ die Stadtmauer von Grado durch Eisentore verstĂ€rken.

Doch seine RĂŒckkehr auf den Dogenstuhl war von kurzer Dauer, denn der Konflikt mit Poppo war keineswegs gelöst. Es drohte eine Ausweitung auf das Reich und bis nach Rom. Unter FĂŒhrung des Domenico Flabanico bemĂ€chtigte sich eine Gruppe von AufstĂ€ndischen des Dogen, ließ seinen Bart scheren und verjagte ihn aus Venedig. An seine Stelle trat 1026 als Doge Pietro Barbolano Centranico, auch Pietro Centranico genannt, eine „Kreatur“ des Domenico Flabianico.cite-ref-6[6] Ottone ging nach Konstantinopel, sein Sohn Pietro floh nach Ungarn an den dortigen Hof.

Von weit reichender Bedeutung wurden die VerĂ€nderungen in Konstantinopel, wo 1028 Romanos III. Argyros den Thron bestieg, der der Schwiegervater des Ă€lteren Bruders von Ottone, von Giovanni (Johannes) gewesen war. Dadurch wurde, auch wenn Tochter und Schwiegersohn des neuen Kaisers lĂ€ngst verstorben waren, die Partei der Orseolo gestĂ€rkt. Die UnfĂ€higkeit Centranicos, ein Mittel gegen die Unruhe in Dalmatien und die Feindseligkeiten des Patriarchen Poppo zu finden, der mit RĂŒckendeckung Konrads II. den Handel der Venezianer schĂ€digte, fĂŒhrte zu einem erneuten Umsturz. Der neue Doge wurde von den AnhĂ€ngern Orseolos aber schon 1031 wieder gestĂŒrzt. Auch ihm wurde der Bart geschoren und er musste seinem VorgĂ€nger nach Konstantinopel ins Exil folgen. Orso ĂŒbernahm die Regentschaft und ließ Ottone aus Konstantinopel zurĂŒckrufen, doch nun starb dieser auf der RĂŒckreise von Konstantinopel im FrĂŒhjahr 1032.

Die Orseolo setzten sogleich Domenico Orseolo als neuen Dogen ein. Der Arengo, die Volksversammlung, zwang ihn jedoch, nach nur einem Tag als Doge, Venedig zu verlassen.

Rezeption

Bis gegen Ende der Republik Venedig

Nur ĂŒber die Zeit bis zur Übernahme des Dogats berichtet die Chronik des Johannes Diaconus, die Istoria Veneticorum, ĂŒber Ottone, denn mit dem Tod seines Vaters bricht sie 1009 ab. Venedig stand in einem wieder schwieriger werdenden VerhĂ€ltnis zu den weit ĂŒberlegenen, ĂŒberaus expansiven Kaiserreichen, wobei Konrad II. die venedigfeindliche Politik Ottos II. schließlich wiederaufnahm. Das ungewöhnlich freundschaftliche VerhĂ€ltnis zu Otto III., dem Taufpaten und Namensgeber Ottones, endete bereits 1002 mit dem Tod des Kaisers. Bis 1009 verfĂŒgen wir also ĂŒber eine lebhafte und detailreiche Chronik, nĂ€mlich die des Zeitgenossen Johannes Diaconus, der im unmittelbaren Umfeld und im Auftrag Pietros II. Orseolo agierte.

FĂŒr das Venedig des 14. Jahrhunderts, auf dessen chronikalische Überlieferung wir nach 1009 angewiesen sind – sieht man von einigen Urkunden ab –, war die Deutung, die man der Herrschaft Ottones gab, dementsprechend von erheblicher symbolischer Bedeutung im Kontinuum der Ă€ußeren Beziehungen, vor allem aber der inneren Auseinandersetzungen zwischen den clanartigen FamilienverbĂ€nden. Das Augenmerk der Chronik des Dogen Andrea Dandolo reprĂ€sentiert dabei in vollendeter Form die Auffassungen der lĂ€ngst fest etablierten politischen FĂŒhrungsgremien, die vor allem seit diesem Dogen die Geschichtsschreibung steuerten. Sein Werk wurde von spĂ€teren Chronisten und Historikern immer wieder als Vorlage benutzt. Daher wurde es ĂŒberaus dominierend fĂŒr die Vorstellungen von der venezianischen Geschichte vor seiner Zeit. Im Mittelpunkt stand bei beiden Chronisten das Recht aus eigener Wurzel, mithin die Herleitung und Legitimation ihres territorialen Anspruches. In diesem Zusammenhang war schon immer die Anerkennung und möglichst die Erweiterung der „alten VertrĂ€ge“ durch die jeweils neu ins Amt gelangten Kaiser (und Könige) von enormer Bedeutung, doch seit 992 besaß Venedig im Osten ein Privileg, das seinen dortigen HĂ€ndlern eine enorme, letztlich irreversible Dominanz verlieh, die sich durch den Niedergang nach der Makedonischen Dynastie noch weiter verstĂ€rken sollte. Die Frage der Erbmonarchie, an der die Candiano 976 in einer Katastrophe gescheitert waren, und die durch die Orseolo wieder virulent wurde, war zur Zeit Andrea Dandolos in keiner Weise mehr mit den Interessen der zu dieser Zeit herrschenden Familien, vor allem aber nicht mehr mit dem Stand der Verfassungsentwicklung in Übereinstimmung zu bringen. Die Etappen der politischen Entwicklungen, die schließlich zur Entmachtung des Dogen, dem man möglichst nur noch ReprĂ€sentationsaufgaben zuwies, aber keine eigenstĂ€ndigen Entscheidungen mehr zugestand, war ein weiteres Darstellungsziel. Dies galt in besonderem Maße bei Ottones Vater, der im Gegenteil diesen Herrschertypus verkörpert hatte, denn in ihm sah man geradezu absolutistische ZĂŒge. Das Scheitern der Orseolo unter Ottone war somit zentral, denn in einer Reihe von Etappen gelang es, die institutionelle Einbindung des Amtes bis zum 14. Jahrhundert vergleichsweise weit voranzutreiben. Zugleich blieb der Ausgleich zwischen den ehrgeizigen und dominierenden Familien eines der wichtigsten Ziele, denn sie hatten nicht nur fĂŒr bĂŒrgerkriegsartige ZustĂ€nde in der Stadt gesorgt, sondern sogar externe MĂ€chte zur Einmischung veranlasst. Ebenfalls erklĂ€rungsbedĂŒrftig war die Herleitung der herausgehobenen Position der ‚nobili‘ im Staat. Unter Ottone gelang dieser Ausgleich nicht, was wieder einmal zu mörderischen KĂ€mpfen zwischen den Adelsfamilien fĂŒhrte, die zugleich, weil die KirchenĂ€mter hierbei eine wesentliche Rolle spielten, vom Patriarchen von Aquileia und dem dahinterstehenden Reich, sowie dem Papst, neue Möglichkeiten der Einmischung boten.

Die Ă€lteste volkssprachliche Chronik Venedigs, die Cronica di Venexia detta di Enrico Dandolo aus dem spĂ€ten 14. Jahrhundert, stellt die VorgĂ€nge ebenso wie Andrea Dandolo auf einer in dieser Zeit lĂ€ngst gelĂ€ufigen, von Einzelpersonen, vor allem den Dogen beherrschten Ebene dar. Das gilt auch fĂŒr „Otto Ursiollo“. Die individuellen Dogen bilden sogar das zeitliche GerĂŒst fĂŒr die gesamte Chronik, wie es in Venedig Usus war.cite-ref-7[7] Der Cronica zufolge schwor das ganze Hinterland Dalmatiens „Piero Orsiolo“ und seinen Nachfolgern Treue. Der Doge schickte „rettori“ in alle StĂ€dte. Dabei ging „Octo Orsiolo“, folgt man der Chronik, nach Ragusa. Ottone „per tucto el povolo clamado fu doge“, nachdem sein Vater gestorben war, er wurde also vom ‚ganzen Volk‘ zum Dogen ausgerufen. Von Dalmatiens StĂ€dten verlangte er eine Erneuerung des Treueeids, der seinem Vater geleistet worden war, dazu einen Tribut. Nach der RĂŒckeroberung Grados, das der Patriarch von Aquileia eingenommen hatte, ließ er sie „murar fortemente et afossar“, also die Mauern verstĂ€rken und GrĂ€ben ziehen. Die Chronik erwĂ€hnt zwar, dass fast das ganze Volk den Dogen gehasst habe, und dass „Domenego Flabanico“ ihn schließlich seiner WĂŒrde beraubte, doch ein Grund fĂŒr den Hass wird nicht angegeben. Hingegen erwĂ€hnt der Chronist das Abschneiden des Bartes und meint, der gestĂŒrzte Doge sei – nach 16 Jahren der Herrschaft – im Mönchshabit nach Grado verbannt worden. Auch Orso, der Patriarch von Grado, habe das Volk gefĂŒrchtet und sei aus Venedig geflohen.

Pietro Marcello meinte 1502 in seinem spĂ€ter ins Volgare unter dem Titel Vite de’prencipi di Vinegia ĂŒbersetzten Werk, der Doge „Otone Orseolo Doge XXVI.“ „con gran consentimento del popolo, fu creato Doge in luogo del padre“ – das Volk, bei Marcello nicht mehr der Hauptakteur, war also nur noch ‚einverstanden‘.cite-ref-9[9] Pietro, wie sein Taufname war, wurde als kleiner Junge nach Verona gesandt und erst dort nach dem kaiserlichen Paten „Otone“ genannt. Vom Paten erhielt Venedig ĂŒberaus große Privilegien, auch berichtet Marcello vom geheimen Besuch des Kaisers in Venedig. Wegen seiner Verdienste wurde dem Dogen „per publico consentimento“ gestattet, seinen Sohn Giovanni zum „compagno“ zu erheben. Dieser kehrte mit seiner Frau und seinem Bruder sowie vielen Geschenken aus Konstantinopel zurĂŒck, und starb. Nachdem Pietro glĂŒcklich 18 Jahre lang regiert hatte, ergĂ€nzt der Verfasser unmittelbar nach dem tragischen Tod von Sohn, Schwiegertochter (und Enkel, den Marcello gar nicht erwĂ€hnt), starb auch der Doge. An seine Stelle trat unter großem EinverstĂ€ndnis des Volkes „Otone“. Er sei „veramente simile al padre“ gewesen, ‚wahrhaftig dem Vater Ă€hnlich‘, ebenso wie dem Onkel. Durch seine Tugenden veranlasst, gab ihm „Geta, Re d’Vngheria“, seine Tochter zur Frau. In einer ‚furchtbaren Schlacht‘ besiegte er Adria und erzwang die RĂŒckgabe von allem, was geraubt worden war, an Loreo. Auch zwang er „Murcimuro Signorotto in Croatia“ in die Flucht und die dalmatischen StĂ€dte zur Wiederholung des Treueids, den sie seinem Vater geleistet hatten. Nach der RĂŒckkehr fiel er einer „vituperosa congiura“, einer ‚schmĂ€hlichen Verschwörung‘ des Domenico Flabanico zum Opfer. Er wurde seines Bartes beraubt und nach „Grecia“ (Griechenland, gemeint ist Byzanz) verbannt, wo er, wie Marcello behauptet, wenig spĂ€ter starb.

Nach den Historie venete dal principio della cittĂ  fino all’anno 1382 des Gian Giacomo Caroldo,cite-ref-10[10] die er 1532 abschloss, schickte der Doge seinen Sohn Pietro auf Ersuchen „Sua Maestà“ nach Verona, wo der Kaiser zu dessen Paten wurde. Der Sohn hieß nunmehr „Otho“ und er kehrte mit reichen Geschenken zurĂŒck. „In antiche scritture“, ‚in alten Schriften‘, so der Verfasser, habe er die besagten Rektoren gefunden, die nunmehr ĂŒber die StĂ€dte gesetzt wurden, die Ottones Vater erobert hatte. Daraufhin, so Caroldo, habe der Doge als Gesandten „Gioanni Diacono“ zu Kaiser Otto gesandt, um diesem den Sieg zu melden. Der Gesandte zog mit dem Kaiser nach Rom, wo die Grenzen Venedigs bei Heraclea bestĂ€tigt worden seien, wie sie zur Zeit des Pietro Candiano bestanden hatten. Bei dieser Gelegenheit Ă€ußerte der Kaiser den Wunsch, sich heimlich mit dem Dogen zu treffen, „suo cordial amico“, ihn zu umarmen und ihm persönlich zum Sieg zu gratulieren. Beim heimlichen Besuch hielt der Kaiser eine Schwester Ottones bei der Taufe. Wegen der großen Verdienste des Dogen forderte ihn das Volk auf, seinen Sohn zum Mitdogen zu erheben. Die beiden Dogen, wie es ausdrĂŒcklich heißt, schickten Johannes Diaconus 1002 zum Nachfolger Ottos III., zu „Henrico Bavaro Imperatore“. Eine Flotte unter FĂŒhrung von Ottones Ă€lterem Bruder Johannes versorgte das von Sarazenen belagerte Bari mit Lebensmitteln. Die beiden Dogensöhne Johannes und Otto wurden von den beiden Kaisern in Konstantinopel mit großen Ehren empfangen. Mit den Reliquien der hl. Barbara und „Otho“ kehrten Johannes und seine frisch vermĂ€hlte Frau Maria zurĂŒck. Doch im 15. Jahr des alten Dogen „venne una mortalità“, kam ein Sterben, wie „quasi“ ĂŒberall in der Welt. Man fand kein Heilmittel („remedio“), denn was dem einen half, schadete dem anderen. Die Erkrankten wurden lethargisch und ließen sich von der „pestilenza“ ĂŒberwĂ€ltigen. Am 16. Tag starben auch Johannes und seine Frau Maria. Um den Dogen zu trösten, erhoben die Venezianer „Otho“ auf Torcello zum Mitdogen, wo seine Schwester Felicita zur Äbtissin von San Giovanni Evangelista ordiniert wurde. Im Jahr „MJX“ begann „Otho Orsiolo“ den „Ducato“ zu regieren. Nach den Worten des Chronisten war der neue Doge „catholico, ardito, constante, giusto, prudente, liberale et molto ricco“. Er sei mit allen Eigenschaften ausgestattet gewesen, wie man sie von einem FĂŒrsten nur wĂŒnschen könne, wobei er seinen Vater, „ottimo Duce“ nachahmte, sowie den heiliggesprochenen Onkel (gemeint ist Pietro Orseolo). Mit 18 heiratete er die Schwester des Königs von Ungarn, „femina venusta, faconda et honestissima“. Im 7. Jahr seiner Herrschaft kam es zu Streitigkeiten zwischen Adria und Loreo, wobei am Ende Pietro, der Bischof von Adria, dem Dogen versprach, die Lauretaner nicht mehr mit „novità“ zu behelligen. Im 9. Jahr baten ihn die dalmatinischen StĂ€dte um Hilfe gegen „Cresimir, presidente nel Regno di Croatia“. Der Doge kam ihnen mit einer „potente armata“ zu Hilfe und besiegte die Kroaten. Damit sicherte er jene „Provincia“. Die Bischöfe von Arbe, Ossero und anderen Orten, dazu Prioren und Volk leisteten einen Treueid und schworen, dem Dogen und seinen Nachfolgern Tribut zu entrichten. Sein Bruder Orso wurde vom Patriarchen von Aquileia in BedrĂ€ngnis gebracht, hinter dem „Imperatore Henrico Bavaro“ stand, und der sich an den Papst gewandt hatte. Orso wurde nach Rom zitiert, doch fĂŒrchtete er Hinterhalte („insidie“) auf dem Weg dorthin. Seine Boten teilten dem Papst mit, dass Orso wegen Heinrich nicht nach Rom kommen könne, was der Papst akzeptiert habe. AusdrĂŒcklich die Chronik des Andrea Dandolo zitierend, erwĂ€hnt Caroldo, dass die Reliquien des „San Tharasio“ wiederentdeckt worden seien, die auf einem Schiff des „Dominico Dandolo“, eines Vorfahren von Enrico und Andrea Dandolo, nach San Zaccaria gebracht wurden. Die dortigen 200 („CC“) Nonnen nahmen die Überreste demnach „con molta divotione“ entgegen. Diese Anekdote hatte Andrea Dandolo in seiner Chronik erzĂ€hlt, weil dies die Ă€lteste Nachricht ĂŒber seine Familie darstellte. Auch Caroldo sind die Ursachen fĂŒr die „grandissima discordia“, die die Venezianer entzweite, und die den Dogen und seinen Bruder zur Flucht zwangen, offenbar unbekannt. Nach ihm flohen die BrĂŒder nach Istrien. „Pepo Patriarcha Aquilegiense“ gelangte unter dem Vorwand, den beiden FlĂŒchtlingen zu Hilfe zu eilen, in die Stadt Grado, wo er „rovinĂČ le chiese, violĂČ le Monache, asporto via li thesori delle Chiese et della Città“. Er zerstörte also die Kirchen, vergewaltigte die Nonnen und nahm die SchĂ€tze von Kirche und Stadt mit. Seine Gesandten in Rom unterdrĂŒckten die Wahrheit, und so wurden ihm Grado und die Insel auch noch unterstellt (S. 90). Die Venezianer, die die „perfidia del barbaro et inquissimo Patriarcha“ (er war Deutscher) erlebt hatten, riefen ihren Dogen und seinen Bruder zurĂŒck. Nach der RĂŒckgewinnung von Grado und der Wiederherstellung der Mauer hinterließ Ottone, folgt man der Chronik, folgende Inschrift: „Has portas iussit Otho Dux nectere ferro / Pondere proferri, capiatque sibi proenia Regni“. Zu neuerlichem Streit kam es, als „Dominico Gradenigo“ starb, der Bischof von Olivolo, und der Doge dessen Nachfolger aus derselben Familie nicht investieren wollte. Wieder kam es zu ‚großer Zwietracht‘ und auf Betreiben des Dominico Flabanico („per instigatione di Dominico Flabanico“) wurde der Doge seines Bartes beraubt. Er wurde, folgt man dieser Chronik, nicht nach Grado verbannt, sondern nach Konstantinopel. Orso hingegen ging wieder nach Grado.

Heinrich Kellner meint in seiner 1574 erschienenen Chronica das ist Warhaffte eigentliche vnd kurtze Beschreibung, aller Hertzogen zu Venedig Leben, Ottone sei „mit grosser gutwilligkeit deß Volcks an seines Vattern statt Hertzog erwehlet worden /im jar 1009“.cite-ref-11[11] Zu König Otto, auf dem Weg nach Rom, wurde der kleine Pietro nach Verona geschickt „und ward Otto genennt“. „Hernach kam Otto / doch unbekannt gen Venedig / dann er hatte es Gott gelobet“ – dies ist die einzige BegrĂŒndung Kellners fĂŒr den heimlichen Besuch des Kaisers in Venedig. „Umb seiner verdienst willen / gegen dem gemeinen Nutzen“ wurde dem Dogen schließlich erlaubt, „daß er seinen Son Johannem zu einem GehĂŒlffen oder Coadiutum neme.“ Doch starb dieser, nachdem er „mit seinem Weib / unnd seinem Bruder Otone“ aus Konstantinopel zurĂŒckgekehrt war. Der neue Doge sei „ein gar gĂŒtiger und sittsamer junger Mann“ gewesen, „dem Vatter gleich und seinem Altvatter“. „Geta / König in Ungern / bekam seiner Tugent halb solchen gefallen und anmutung zu im/daß er im seiner Töchter eine zu der Ehe gab.“ Bei Kellner ĂŒberwand der Doge die von Adria „(davon das Adriatisch Meer den Namen hat)“ „in einer gantz ernstlichen gefehrlichen Schlacht“. Man kam ĂŒberein, „daß sie denen von Loreto alles wider geben und erstatten solten/so sie inen abgenommen hetten.“ Den „Murcimurum“ verjagte er, „welcher Herr in Croatia was“. Kellner war nicht der erste, der ĂŒber Dalmatien zur Zeit von Ottones Vater behauptete, dass „alle StĂ€dte auff dem Lande mit neuwen Amptleuten oder Vögten besetzt worden“ seien. Dementsprechend verlangte Ottone die Eiderneuerung von seinen „Underthanen“. Nach seiner RĂŒckkehr wurde er „durch ein schĂ€ndtliche VerrĂ€hterey von Dominico Fabianico uberfallen / wie er sich dessen am wenigsten versahe / ward im der Bart zur schande abgeschnitten/und im fĂŒnfftzehen jar seiner Regierung in Griechenland verjaget/daselbst er dann bald hernach starb.“

In der Übersetzung von Alessandro Maria Vianolis Historia Veneta, die 1686 in NĂŒrnberg unter dem Titel Der Venetianischen Hertzogen Leben / Regierung, und Absterben / Von dem Ersten Paulutio Anafesto an / biss auf den itzt-regierenden Marcum Antonium Justiniani erschien,cite-ref-12[12] zĂ€hlt der Autor, abweichend von Pietro Marcello, „Otto Orseolus, Der 27. Hertzog“. Dann berichtet der Autor, wie „Kayser Otto der IV.“ Venedig besuchte. „Durch allgemeine Verwilligung“ sei es dem Dogen „zugelassen worden / daß er seinen Sohn Johannem zu einen GehĂŒlffen/zu sich nehmen mögen“. Doch sei dieser zusammen mit seiner Frau nach der RĂŒckkehr aus Griechenland „an der damalig grassirenden Pest“ gestorben. Nur wenige Tage danach habe der Doge, da auch noch viele Venezianer an der Krankheit starben, in großer „BekĂŒmmerniß“ seinen Geist aufgegeben und sei seinem Sohn nachgefolgt. Ottone, so folgt Vianoli seinen VorgĂ€ngern, habe höchste Tugenden erwiesen, die so weit gingen, dass ihm der König von Ungarn eine seiner Töchter „zur Ehe vergönnet“. Bei ihm ĂŒberwand der Doge – „kunte er auch zehlen und rechnen“ – in einem „sehr harten Treffen“ die Truppen von Adria, „gantz nahe bey Loreto“, und zwang sie zur RĂŒckgabe. Bei ihm fĂŒhrte „Marcimuri“, den seine Flotte angriff, „eines Croatischen FĂŒrsten Kriegsheer“, auf Anstiftung des Patriarchen von Aquileia Angriffe auf Zara, das er sogar einnahm. Ebenso erging es Grado, wo der Patriarch den venezianischen „Befehlshaber alldar daraus verjaget / den Bart und die Haar abscheeren / und desselben Kleidung zuvor biß an die Lenden abschneiden lassen“. Beim Anblick der Flotte setzte er sich jedoch ab. Den Sturz Ottones verursachte zwar auch bei Vianoli jener „Dominico Flabanico“, doch sei „wiewol gantz verborgener Weise/Petrus Centranicus, der am allermeisten nach der Hertzoglichen Hoheit getrachtet/das Haupt gewesen“. Ottone wurde ĂŒberfallen, seines Haupthaares beraubt, ihm wurde „eine Mönchs-Kutte mit Gewalt angeleget / und in Griechenland verwiesen“. Dort starb er auch. Unter ihm wurde „S. Basso erbauet“, „S. Sophia wiederum von neuem aufgerichtet“. Ob Petrus Centranicus die DogenwĂŒrde „durch die gewöhnliche Wahl“ erlangte, oder „ob er sich derselben mit Gewalt bemĂ€chtigt“ habe, „weiß man nicht gewiß“.

1687 bemerkte Jacob von Sandrart in seinem Opus Kurtze und vermehrte Beschreibung Von Dem Ursprung / Aufnehmen / Gebiete / und Regierung der WeltberĂŒhmten Republick Venedig lakonischcite-ref-13[13], dass „Otto Urseolus“ 1009 zum „XXVI. Hertzog erwehlet“ worden sei. Daraufhin habe er Kriege gegen Adria und die Kroaten gewonnen. „Und weil nun diese Hertzogliche WĂŒrde biß auf den dritten Stamm bey einem Hause geblieben war/bekam er zur Gemahlin die Tochter des Königs in Hungarn“. Nach den Huldigungen „der von ihm ĂŒberwundene[n] Lande“ wurde Ottone in „aufrĂŒhrerischer Weise“ ĂŒberfallen, nĂ€mlich von „Dominico Flabenico, welcher ihm in dem 50. Jahr seines Alters den Bart abscheren ließ / so zu diesen Zeiten eine unaussprechlich grosse Schande war / und muste er benebenst nach Griechenland in das Elend wandern“. Er starb dort „kurtz hernach“.

Historisch-kritische Darstellungen

Johann Friedrich LeBret, fĂŒr den Ottone der 27. Doge war, publizierte ab 1769 seine vierbĂ€ndige Staatsgeschichte der Republik Venedig.cite-ref-14[14] Nach seiner Auffassung „regiereten“ die Orseolo „wohl, sie hatten schöpferische Staatsgenies: aber desto unertrĂ€glicher wurden sie einer Republik, je monarchischer ihre Denkungsart war“ (S. 233). „Die Zeiten Otto des dritten, waren fĂŒr Venedig goldene Zeiten“. Der Dogensohn Piero kam nach Verona, damit der Kaiser als Pate anlĂ€sslich seiner Firmung auftreten konnte. Bei dieser Gelegenheit erhielt der Piero den Namen Otto. Schon vor dem Feldzug gegen die Piraten Dalmatiens hatte der Doge seinen Sohn Johannes nach Konstantinopel geschickt, wo er die Einwilligung des Kaisers erhalten hatte. Auch das Eheprojekt mit einem der kroatischen Könige fĂŒhrt der Autor aus, wĂ€hrend sich ihm Spalato, „die Hauptstadt Dalmatiens“, unterstellte. Bei LeBret trifft Johannes Diaconus in Como auf Otto III., wo dieser erst spĂ€t vom Triumph des Dogen erfuhr. „Der Kaiser war hierĂŒber so erstaunt, daß er als ein großer Regent, der einen erhabenen Geist hatte, den gleich erhabenen Geist des venetianischen FĂŒrsten nĂ€her zu kennen wĂŒnschete.“ Bei ihm ging jedenfalls wieder die Initiative vom Kaiser aus. Der byzantinische Kaiser initiierte ein Eheprojekt, durch das Maria „eine Tochter des Patricius Argyropulos“ Johannes, den Ă€ltesten Bruder Ottones ehelichte. Wegen seiner AusfĂŒhrlichkeit vermutet LeBret, dass Johannes Diaconus mit dem Dogensohn gereist sei. Nach dem Tod des Vaters und des Ă€lteren Bruders wurde Ottone zum Dogen erhoben, „die Gerechtigkeit saß mit ihm auf dem Throne, die Verschwendung hassete er“. „Er trat vollkommen in die Fußtapfen seines Vaters“, den Orseolo wurden weder „kaiserliche noch königliche Prinzessinnen verweigert“. „Aber eben dieser Glanz des orseolischen Hauses war zu groß.“ Adria, mit dem Ottone in offenen Kampf geriet, war von einer einstigen Hafenstadt durch die VerĂ€nderungen des KĂŒstensaumes zu einer Landstadt geworden, die nunmehr versuchte „Loreto“ zu erobern. Erst nach zwei Jahren kam es zu einem Friedensschluss mit Urkunde vom 7. Juni 1017. Nach ihrer Niederlage versuchten sie einen solchen Angriff erst wieder 1163. In Kroatien und Dalmatien erhielt der Doge Gelegenheit, „die Rechte seines Volkes zu vertheidigen.“ (S. 252). Zugleich versuchte Byzanz seine Herrschaft in Dalmatien wiederaufzurichten. „Cresimir oder Mucimir (wie ihn die neueren Scribenten nennen,)“ beunruhigte Zara und andere StĂ€dte „durch tĂ€gliche EinfĂ€lle“. Nach dem Sieg ĂŒber die Kroaten folgten die Treueide der StĂ€dte. „So gewiß es falsch ist, daß die venetianischen FĂŒrsten ihre Obrigkeiten in diesen Provinzen niedergesetzet: so wahrscheinlich ist es, daß sie sich von diesen StĂ€dten einen gewissen Tribut oder Schutzgeld ausbedungen haben.“ Doch „dies war das Ende der schönsten Tage der Urseoler“, stellt LeBret knapp fest. „Der unbestimmte Begriff der venetianischen Freyheit hat viele ihrer FĂŒrsten zu StaatsmĂ€rtyrern gemachet.“ „So lange noch keine Gesetze vorhanden waren, welche die Macht der FĂŒrsten umgrĂ€nzen, und den adelichen BĂŒrgern das Recht gaben, sich den FĂŒrsten zu widersetzen, so lange waren die Unternehmungen dieser HĂ€user Empörungen“. „Wider den Otto Urseolus verschworen sich keine tugendhaften, sondern die lasterhaftesten MĂ€nner vom ersten Range“, diagnostiziert LeBret. „Diese ganze Bande [
] bemĂ€chtigte sich des Dogen, schor ihm den Bart ab, und jagete ihn aus dem Lande.“

Samuele Romanin, der sehr detailreich darstellende und in den historischen Zusammenhang einbettende Historiker, der diese Epoche 1853 im ersten der zehn BĂ€nde seiner Storia documentata di Venezia darstellt, meint gleichfalls, Ottone sei ein junger Mann von „eminenti qualità“ gewesen.cite-ref-15[15] Seinem Vater war durchaus noch bewusst gewesen, dass das Verhalten in der Öffentlichkeit von grĂ¶ĂŸter Bedeutung war, insbesondere gegenĂŒber dem Dogen: Innerhalb Venedigs hatte er gemeinsam mit der Volksversammlung, dem Concio, veranlasst, dass sich jedermann in Gegenwart des Dogen angemessen zu verhalten habe, mit Respekt und Ehrerbietung. Hinzu kam ein Verbot, Tumulte oder WaffengĂ€nge im Dogenpalast zu wagen – in Zeiten, in denen selbst Sklaven Waffen trugen, ein ĂŒberaus wichtiger Schritt, um zur „santitĂ  della parola“ (‚Heiligkeit des Wortes‘) und zur öffentlichen Ruhe zurĂŒckzukehren, und um Gewalt und brutale MachtausĂŒbung zu beenden, wie Romanin ergĂ€nzt. Ottone spielte schon als Kind eine erhebliche Rolle im Beziehungsgeflecht, das sich die Orseoli aufgebaut hatten, und von dem Romanin annimmt, es habe den Widerstand anderer einflussreicher Familien provoziert. Nach Romanin erfolgte die Einladung des Ă€ltesten Dogensohnes an den Hof in Konstantinopel aus Dankbarkeit fĂŒr die RĂŒckgabe Baris im Jahr 1004. Die BrĂŒder Giovanni und Ottone reisten gemeinsam an den Hof. Der Ältere erhielt Maria zur Frau, eine Tochter der Kaiserschwester und des Patrizius „Argiro“. Doch das Paar fiel, aller Wahrscheinlichkeit („a quanto pare“) mitsamt dem gemeinsamen Sohn Basilio, der erstmals in Venedig grassierenden Pest zum Opfer, auf die der Hunger folgte. Trotz der Not gestattete das mit dem Dogen leidende Volk die Einsetzung des jĂŒngeren Sohnes Ottone als Mitdoge. Die HĂ€lfte seines Vermögens vermachte der Doge testamentarisch den Armen und der Kirche, die andere HĂ€lfte seinen Söhnen. Ottone folgte seinem nur 48 Jahre alt gewordenen Vater im Amt. Neid und Misstrauen nahmen bereits zu, als Ottone eine ungarische Prinzessin heiratete, noch mehr, als die Familie 1018 Orso Orseolo als Patriarchen von Grado durchsetzte, dessen ehemaliger Bischofssitz Torcello darĂŒber hinaus von Vitale, einem weiteren Orseolo besetzt wurde – ‚was in einer Republik zu viel war‘. FĂŒr Romanin war es also die AnhĂ€ufung zu vieler der höchsten Ämter, die die Grundlage fĂŒr die spĂ€tere Rebellion bildete. Nach außen wahrte der Doge hingegen die Rechte Venedigs gegenĂŒber Adria (1017) und auch gegenĂŒber den Kroaten (1018). Wie sein Vater fĂŒhrte er eine Flotte nach Dalmatien und nahm die Eide von Arbe, Ossero, Veglia und Zara entgegen. In Italien hingegen hatte sich die Situation drastisch verĂ€ndert, denn dort gelangte Arduin von Ivrea auf den Thron, „un re nazionale“ (vgl. Nationalkönige). Er habe Italien der AbhĂ€ngigkeit von den deutschen Königen entziehen wollen. Tedald jedoch, Großvater der Mathilde von Tuszien, sowie der Erzbischof von Mailand stellten sich auf die Seite Heinrichs II., dem 1004 ein Sieg gelang. Dennoch blieb Italien ein Jahrzehnt lang sich selbst ĂŒberlassen. Erst 1013/14 gelang es Heinrich, Arduin zu besiegen und zur Kaiserkrönung nach Rom vorzudringen. Mit der Schlacht bei Acqualongo zwischen Pisa und Lucca war es 1004 zu einem ersten Kampf zwischen den aufstrebenden Kommunen gekommen. Weniger republikanischer Eifer als Neid und Ehrgeiz, ummĂ€ntelt mit Patriotismus, beunruhigten hingegen Venedig. Poppo von Aquileia, mehr HeerfĂŒhrer als KirchenfĂŒrst, der Heinrich 1021 auf dem Zug nach Neapel begleitet hatte, bekĂ€mpfte den Patriarchen von Grado, Orso Orseolo. Beim Papst denunzierte er ihn als ‚illegal gewĂ€hlt‘ und als Eindringling. Er wiegelte die Gegner der Orseolo ‚wahrscheinlich‘ auf, wie Romanin meint, und ĂŒberraschenderweise flohen die beiden Orseolo, Orso und Ottone, nach Istrien. Poppo gab sich den Anschein, Grado verteidigen zu wollen, doch ließ er die Stadt plĂŒndern und ihre ReichtĂŒmer nach Aquileia bringen. Die Venezianer bedauerten nun, dass sie den Worten Glauben geschenkt hatten, die Orseolo seien von der ‚Gier nach absoluter Herrschaft‘ getrieben. So wurde der Doge aus dem ‚unverdienten‘ Exil zurĂŒckgerufen. Ottone gelang es, die ‚nationale Ehre‘ wiederherzustellen und Grado zurĂŒckzuerobern. Nach der verstĂ€rkten Befestigung der Stadt kehrte er nach Venedig zurĂŒck. Dort habe der Streit um die Nachfolge auf dem Bischofssitz von Olivolo, in dem Ottone den 18-jĂ€hrigen Kandidaten der Gradenigo nicht bestĂ€tigen wollte, zu neuen Konflikten gefĂŒhrt. Unter FĂŒhrung der Flabianici wurde Ottone gestĂŒrzt, geschoren und nach Konstantinopel verbannt. Orso floh und wurde gleichfalls verbannt. Nach einer langen und stĂŒrmischen Beratung wurde Domenico Centranico zum Dogen gewĂ€hlt.

August Friedrich Gfrörer († 1861) nimmt in seiner, erst elf Jahre nach seinem Tod erschienenen Geschichte Venedigs von seiner GrĂŒndung bis zum Jahre 1084 an, dass die Überlieferung „lĂŒckenhaft“ sei, „und zwar meines Erachtens darum, weil die Chronisten aus StaatsrĂŒcksichten Vieles verschwiegen haben.“cite-ref-16[16] Auf dieser Grundannahme baut er ein eigenes Deutungsmuster auf. Gfrörer versucht immer wieder die außenpolitische Konstellation fĂŒr die Ereignisse in Venedig als Hauptverantwortliche zu identifizieren. FĂŒr Venedigs HĂ€ndler, die sich ĂŒberwiegend im Westen engagierten, ergab sich nach ihm eine „natĂŒrliche“ Neigung, die Ottonen zu unterstĂŒtzen und fĂŒr diejenigen unter ihnen, die im Osten handelten, eher eine Parteinahme fĂŒr Byzanz. Johannes Diaconus, die zentrale Quelle, reicht nur bis 1008, danach sind wir auf Andrea Dandolo angewiesen, der, so Gfrörer, Vieles ĂŒber das 11. Jahrhundert verschweige. Gfrörer sieht in dem von langer Hand vorbereiteten Plan, auf dem Festland „Landeshoheit“ zu erwerben, eine Rolle fĂŒr den kleinen Ottone, dessen Taufpate der Kaiser wurde. Diesen habe sein Vater nur manipuliert, denn all dies, so der Verfasser, zeige: „Der SchwĂ€chling, welcher damals auf dem Throne Germaniens saß, gab es sorglos aus der Hand“ (S. 372). Ein wichtiger Hebel bei seinem perfiden Plan sei die verbale UnterstĂŒtzung Ottos III. bei der Verwirklichung seiner WeltreichsplĂ€ne gewesen, doch starb der Kaiser bereits 1002. Ottone, kaum seinem Vater gefolgt, heiratete eine ungarische Prinzessin, was beweise, dass der Doge „an die dauernde Herrschaft seines Hauses ĂŒber Venetien glaubte“. Dies zeige eine im MĂ€rz 1010 ausgestellte Urkunde, in der den Bewohnern von Heracliana Land von dem verstorbenen Dogen in Aussicht gestellt worden war, das sie aber nun erst erhielten, nachdem sie, so der Autor, sich bei der Wahl Ottones zum Dogen als gefĂŒgig erwiesen hatten (S. 426). Danach berichte Dandolo vom Feldzug gegen die Adrienser, die Loreo „weggenommen hatten“, und die vor dem Dogen erscheinen mussten. Die dazu im Dogenpalast unter dem 7. Juni 1017 ausgestellte Urkunde sei ĂŒberliefert. Hinter dem Angriff auf Loreo sieht Gfrörer das Wirken Arduins, der jedoch inzwischen durch Heinrich II. gestĂŒrzt war. Vorsichtshalber untersage die Urkunde dem Bischof von Adria die Klage vor irgendeinem Gericht, wohl des Kaisers. Gfrörer nimmt an, dass die BelĂ€stigungen der Kroaten gegen die StĂ€dte Dalmatiens bereits mehrere Jahre anhielten, dass die Macht Venedigs dort stark im Sinken war – und, dass die Verehelichung einer Schwester Ottones mit einem der KroatenfĂŒhrer keine FrĂŒchte getragen hatte. Nun erst, nach dem Sturz Arduins, stieß die Flotte des Dogen in See und eilte den StĂ€dten zu Hilfe. Die neuerliche Vereidigung der Bischöfe des Quarnero weise gleichfalls auf diese lange SchwĂ€chephase zwischen 1000 und 1017 hin. Bischof Majus von Arbe sagte die jĂ€hrliche Lieferung von 10 Pfund Rohseide zu, Martin von Ossero 40 Marderfelle, Vitalis von Veglia 30 Fuchsfelle. Dandolo schildere unmittelbar im Anschluss die Neubesetzung des Patriarchenstuhls von Grado. Dort folgte auf Vitalis, den Sohn des 976 gestĂŒrzten Dogen Pietro IV. Candiano, nach ĂŒber fĂŒnfzigjĂ€hriger Amtszeit, der Bruder Ottones, der seit 1009 amtierende, höchstens 21-jĂ€hrige Bischof von Torcello, nĂ€mlich Orso. Der vierte Bruder Ottones, Vitalis, wurde Bischof von Torcello. Unmittelbar anschließend berichtet Dandolo von jenem Reliquienraub aus einem griechischen Kloster durch den ersten Dandolo, der bei ihm ĂŒberhaupt genannt wird, einen Domenico. Dreißig Jahre spĂ€ter, so Gfrörer, taucht ein Bonus Dandolo als Gesandter auf: „die Laufbahn der grĂ¶ĂŸeren Aemter hatte fĂŒr sie begonnen“ (S. 432). Hingegen tĂŒrmten sich nun gewaltige Schwierigkeiten fĂŒr die scheinbar so fest im Sattel sitzenden Orseoli auf, denn mit dem Ableben des Patriarchen Johann von Aquileia nutzte Heinrich II. die Gelegenheit, einen Deutschen auf den dortigen Stuhl zu erheben, seinen Kanzler Wolfgang-Poppo, der sich, „nicht ohne Vorwissen des Kaisers Heinrich II.“, gegen Grado wandte. Er forderte von Papst Benedikt VIII., den „Anmaßer“ Orso vor Gericht zu stellen, der wurde auch gefordert, doch misstraute er Poppo. Daraufhin erließ ihm der Papst die Reise nach Ravenna, Rom oder Verona, wo Synoden stattfanden. Im Gegenteil bestĂ€tigte der Papst Orsos Rechte. Gfrörer nimmt an, dass er dies ab 1022 tun konnte, als er nicht mehr so abhĂ€ngig vom Kaiser war. Heinrich wiederum verlangte von Ottone Wiedergutmachung fĂŒr die Missetaten gegen Otto III. – eine Interpretation, der nur Gfrörer anhing, der glaubte, der Vater Ottones habe den schwĂ€rmerischen Otto III. nur ausgenutzt. Dazu begann der Kaiser, nach Gfrörer zwischen 1020 und 1024, als er ganz Oberitalien beherrschte, eine gemĂ€ĂŸigte Handelsblockade gegen Venedig. So durften venezianische SeidenhĂ€ndler ihre Ware nur noch an drei Orten in Italien anbieten. Als jedoch der Papst die Rechte Grados bestĂ€tigte, gab der Kaiser nach. Papst und Kaiser starben im Jahr 1024. Im selben Jahr mussten Ottone und Orso nach Istrien fliehen. Poppo nutzte die Gelegenheit, als Retter Grados aufzutreten, dessen Misstrauen er durch 18 Eidhelfer besĂ€nftigte. Danach nahm er den frĂŒher entfĂŒhrten Domschatz an sich und brachte ihn nach Aquileia, wohin er, so Gfrörer, wohl auch einige der Mönche und Nonnen mitnahm, denen er misstraute. Weiter schlussfolgerte der Autor, es seien Ottone und Orso gewesen, die die Auslieferung Grados an Poppo, bzw. den Kaiser verlangt hĂ€tten. Daher seien sie – wegen des Verdachts auf Hochverrat – nach Istrien geflohen, das zum Reich gehörte, das inzwischen von dem Salier Konrad II. beherrscht wurde. So wĂŒrde sich erklĂ€ren, warum Poppo tatsĂ€chlich als Schutzherr der Orseoli in Grado auftreten konnte. Damit waren die dortigen Handlungen Poppos „nicht verbrecherische, sondern vertragsmĂ€ĂŸige Handlungen“ (S. 440). Papst Johannes XIX. bestĂ€tigte Aquileias Rechte, allerdings vorbehaltlich kanonischen Nachweises. Diese BestĂ€tigung widerrief er erst 1029. Gfrörer vermutet, dass dem Ganzen ein Geheimvertrag zugrunde lag, in dem die Orseoli tatsĂ€chlich dem Patriarchen Poppo Grado ĂŒberlassen hatten. Dies hĂ€tte aber als Hochverrat gegolten und war damit als offizielle BegrĂŒndung fĂŒr eine Anerkennung von Aquileias Rechten nicht brauchbar (S. 443). Erst nach dieser Feststellung kam Grado – die deutsche Besatzung leistete keinerlei Widerstand – wieder an die Orseoli. Doch 1026 entzĂŒndete sich der besagte Streit um die Neubesetzung des kernvenezianischen Bischofsstuhls von Olivolo, der schließlich zum Sturz Ottones und seines Bruders Orso fĂŒhrte. SchĂ€rfste Gegner waren dabei die Gradonico, die den Bischofsstuhl von Torcello beanspruchten. Gfrörer glaubt: „Otto handelte so, weil er den Patriarchenstuhl aus Grado nach der Hauptstadt Venedig verlegen, aber auf demselben seinen Bruder Orso belassen wollte. Unmöglich konnte er also die Wahl des Gradonico gut heißen“ (S. 446). Die Orseoli, die wegen derselben PlĂ€ne schon einmal (nach Istrien) vertrieben worden waren, wurden nun erneut gestĂŒrzt und verbannt. WĂ€re der Plan aufgegangen, den Ottone erdacht hatte, dann wĂ€re Venedig eine andere Stadt geworden, so Gfrörer: „schrankenlose Dogen hĂ€tten dann dort die Gesetze niedergetreten, die BĂŒrger entwĂŒrdigt, die StĂŒhle mit lauter Verwandten, Söhnen, Vettern, BrĂŒdern, blinden Werkzeugen der WillkĂŒr des Familienhauptes, besetzt und statt einer glorreichen, meerbeherrschenden Republik, wĂ€re ein elendes, durch allseitigen Argwohn zerrĂŒttetes FĂŒrstenthum aufgekeimt“ (S. 450).

Dem widersprach Pietro Pinton, der Gfrörers Werk im Archivio Veneto in den JahresbĂ€nden XII bis XVI ĂŒbersetzte und annotierte. Er korrigierte zahlreiche Annahmen Gfrörers, insbesondere wenn es um solche ging, zu denen der Beleg aus den Quellen fehlte oder zu ihnen in Widerspruch stand. Seine eigene kritische Auseinandersetzung mit Gfrörers Werk erschien allerdings erst 1883, gleichfalls im Archivio Veneto.cite-ref-17[17] Die innerstĂ€dtischen KĂ€mpfe auf bloße Außenpolitik und das von Gfrörer behauptete Streben der Orseoli nach „Byzantinismus“ zurĂŒckzufĂŒhren, greift fĂŒr Pinton zu kurz, fĂŒr den in diesem Falle die innervenezianischen Auseinandersetzungen dominierten. Gerade diese ignoriere Gfrörer aber praktisch bei jedem politischen Manöver in Venedig. Pinton erscheint auch die Deutung der Heiratspolitik als bloße Manifestation dynastischer AnsprĂŒche zu einseitig – wenn er auch akzeptiert, dass schon die Candiano und Particiaco die Erblichkeit ihres Amtes anstrebten –, denn diese Ehen dienten auch als Schutzmittel gegen Feindseligkeiten von Seiten externer Herrschaftsgebiete. Dies galt auch fĂŒr Slawen und Ungarn. Auch weist Pinton Gfrörers Deutung der Urkunde fĂŒr Heraclea als unwahrscheinlich zurĂŒck, denn offenbar wurde Ottone ohne Widerstand statt seines an der Pest verstorbenen Bruders als neuer Mitdoge und Nachfolger seines Vaters akzeptiert. Zudem sei die Dogenwahl doch wohl eher von Angehörigen der Volksversammlung durchgefĂŒhrt worden, und der kleine Ort habe dabei wohl kaum eine Rolle gespielt. Die meisten, wenn nicht alle der Versammelten seien wohl in der „cittĂ  di Rialto“ ansĂ€ssig gewesen. Auch dĂŒrfte der Bischof von Adria wohl kaum in der Hoffnung auf UnterstĂŒtzung Arduins von Ivrea gerechnet haben, denn jener Arduin war selbst seit 1014/15 in einer verzweifelten Lage im Kampf gegen Heinrich II. Auch kritisiert Pinton die Voraussetzungslosigkeit, mit der Gfrörer einen Niedergang der venezianischen Macht in Dalmatien nach 1000 ableitet, wĂ€hrend Pinton eher annimmt, die kroatischen Umtriebe hĂ€tten erst 1016 begonnen. Hinsichtlich der AktivitĂ€ten Poppos und Heinrichs auf Istrien nimmt Pinton an, dass es dem Kaiser gelungen war, dort die Reichsrechte wieder durchzusetzen, was durch Poppos Kampf gegen Grado, dem ja auch die istrischen BistĂŒmer unterstanden, erleichtert wurde. Erst mit der Erkenntnis, dass es durch die KĂ€mpfe zu SchĂ€digungen Istriens kam, sorgte der Kaiser fĂŒr eine MĂ€ĂŸigung im Kampf gegen den Orseolo-Patriarchen. Die Flucht der beiden Orseoli nach Istrien, die Gfrörer als Unterschutzstellung unter den Kaiser deutet, als Hochverrat, lehnt Pinton ab, der eher die persönlichen Feindschaften innerhalb Venedigs als Ursache sieht. Dies passe zudem nicht zur RĂŒckeroberung Grados zum Schaden des Kaisers und des Patriarchen von Aquileia, ebenso wenig dazu, dass die Mehrheit der Volksversammlung den Dogen zwei Mal zurĂŒckholte. Als Ă€ußerst verwegen betrachtet Pinton die These Gfrörers, die Orseoli wollten das unsichere Grado aufgeben, um auf Rialto ein Patriarchat zu errichten – auch dies ohne Quellen, was Gfrörer – nicht zum ersten Mal – mit einem Geheimabkommen erklĂ€rt. So stimmt Pinton zwar zu, dass die Orseoli ĂŒber den Versuch stĂŒrzten, eine Art Monarchie zu errichten, aber die dahinter liegenden Mutmaßungen bis hin zum Hochverrat hĂ€lt er fĂŒr nicht haltbar.

1861 hatte Francesco Zanotto, der in seinem Il Palazzo ducale di Venezia der Volksversammlung erheblichen Einfluss einrĂ€umte, berichtet, dass Ottone nach dem Tod des Vaters einfach im Amt verblieb.cite-ref-18[18] Die BrĂŒder Johannes und Otto wurden bei ihm mit einer „splendidezza veramente orientale“ in Konstantinopel empfangen (S. 63), doch fielen Johannes und seine kleine Familie der Pest zum Opfer. Zum Trost gestattete das Volk dem Dogen, seinen drittgeborenen Sohn Otto zum Mitdogen zu erheben, obwohl dieser erst 14 Jahre zĂ€hlte. Doch war er mit denjenigen Eigenschaften ausgestattet, darin folgt Zanotto ‚den Chronisten‘, insbesondere Sanudo, die man zur Staatslenkung brauchte: „Saggio, prudente, giusto, pio, bello del corpo e dovizioso“. Er nahm „Elena“ zur Frau, Tochter des ungarischen Königs Geiza und Schwester Stephans I. Dandolo lobt sie als „castissima“ und von nicht geringerer Tugend als ihr Bruder (der heiliggesprochen wurde). Zanotto behauptet, Ottone habe die Decime geregelt, die die BĂŒrger fĂŒr die öffentlichen Aufgaben bezahlten, und die von den VorgĂ€ngern und den Gastalden zweckentfremdet worden waren („alterati“). Im achten Jahr musste der Doge gegen Pietro, den Bischof von Adria vorgehen, der in die Gebiete von Loredo und Fossone eingedrungen war. Ottone vertrieb ‚die Feinde‘, verwĂŒstete ihr Land und zwang den Bischof und seine PrĂ€laten um Verzeihung in Rialto zu bitten. Dazu wurde die besagte Urkunde vom 7. Juni 1016 ausgestellt. Dann ging er gegen die „Slavi-Croati“ vor, die sich bereits Zaras bemĂ€chtigt hatten. Nach dem Sieg sah sich der Doge mit dem Neid einiger Familien konfrontiert, die einen großen Teil des Volkes gegen die ĂŒbermĂ€chtigen Orseoli aufstachelten. Das Volk, immer ‚leichtglĂ€ubig weil unwissend‘ („credulo perchĂš ignorante“), und ‚wankelmĂŒtig wie die See‘ wollte den Dogen stĂŒrzen, der jedoch zusammen mit seinem Bruder Orso nach Istrien floh. Auch Poppo von Aquileia intrigierte demnach gegen Orso, besetzte Grado, dabei vorgebend, er wolle sich nur um eine im Stich gelassene Herde kĂŒmmern. Kaum in die Stadt gelassen, ließ er diese plĂŒndern und habe dabei keinerlei Verbrechen gescheut. Ob die Venezianer das Unrecht erkannten, oder ob Freunde der Orseoli es bekannt machten, die Venezianer bedauerten die Vertreibung und holten die BrĂŒder aus Istrien zurĂŒck. Diese nahmen die Aufgabe wahr, Poppo zu bestrafen und Grado zurĂŒckzuerobern. Die Besatzung zog ab, die Stadt wurde befestigt. Doch Hass, Neid, der schlechte Geist der den Orseoli feindlichen Familien habe zwei Jahre spĂ€ter eine ‚neue Revolte‘ hervorgebracht. DafĂŒr habe wiederum der Streit um den Bischofsstuhl von Torcello den Vorwand abgegeben, wie Zanotto behauptet. „Stimolati“ von den Flabanici unter ihrem Oberhaupt Domenico, ‚ein Mann zu jedem Delikt bereit‘, ließ sich das Volk unter FĂŒhrung der Gradenighi zum Sturz des Dogen bereden. Ottone wurde geschoren und nach Konstantinopel verbannt, Orso floh. Der Doge galt dem Verfasser als Beispiel dafĂŒr, dass ein Staatslenker mit guten Eigenschaften durch ungerechte Revolten des Volkes gestĂŒrzt werden könne, wenn dieses, gegen das evangelische Diktat, sich zum Richter ĂŒber seine Regierenden aufschwinge.

Heinrich Kretschmayrcite-ref-19[19] meint, wĂ€hrend der erste und dritte Sohn, Johannes und Otto, zu Mitdogen erhoben wurden, nĂ€mlich 1002 bzw. 1008, wurden der zweite und der vierte Sohn, Orso und Vitale, zu Patriarchen von Grado. Damit habe die Familie die beiden wichtigsten Ebenen der venezianischen Politik beherrscht. Außenpolitisch bezeugen die Ehen der BrĂŒder Johannes und Otto – mit der Byzantinerin Maria und der Schwester König Stephans von Ungarn, die zugleich SchwĂ€gerin Kaiser Heinrichs II. war –, dass Venedig fĂŒr kurze Zeit auf der gleichen Ebene agierte, wie die beiden Kaiserreiche. König Otto, der auf dem Weg zur Kaiserkrönung nach Rom war, hob Pietro-Ottone, aus der Taufe. Auf seinem zweiten Romzug wurde der junge Kaiser im Januar 998 von seinem Patenkind, unter dem Schutz einer Flotte, in Ferrara begrĂŒĂŸt. Schließlich wollte der Kaiser den Dogen persönlich kennenlernen, woraufhin es zum geheimen Aufenthalt des Kaisers in Venedig kam, der am 13. April 1001 begann. Wieder hob er ein Kind des Dogen aus der Taufe, diesmal eine Tochter – fĂŒr Kretschmayr eine reine „Stimmungsseligkeit“ aus „Liebe zum Freunde und zum heiligen Markus“ (S. 134). „Fast keine der gewonnenen Eroberungen war dauernd erworben. Die zuerst im 14. Jahrhundert fĂŒr diese Zeit gemeldete Einsetzung venezianischer Statthalter in den HauptstĂ€dten Dalmatiens ist abzuweisen, so begierig sie auch von den spĂ€teren Chronisten nachgeschrieben worden ist.“ Der byzantinische Prior von Zara blieb zugleich der Dux von Dalmatien, an der Spitze der stĂ€dtischen Hierarchie standen weiterhin Prioren, die Bischöfe und die dominierenden Familien behielten ihre unscharf abgegrenzten Rechte. Ab Mitte des 11. Jahrhunderts beanspruchte zudem Ungarn die Oberherrschaft. Selbst auf den Inseln Arbe, Veglia und Ossero-Cherso, wo Venedig sich neben Istrien noch am ehesten politisch dauerhaft durchsetzen konnte, musste der Dogensohn 1018 noch seine Herrschaft erzwingen. FĂŒr Kretschmayr war es Poppos Ehrgeiz, sich das gesamte Patriarchat Grado einschließlich seiner SuffraganbistĂŒmer zu unterstellen, der den umfassenden folgenden Konflikt auslöste. Doch weder beim Papst noch bei seinem Oberherrn fand er „UnterstĂŒtzung oder auch nur VerstĂ€ndnis“. „WĂ€hrend der Regierung des Dogen Otto muss eine starke Opposition gegen die Orseoler sich herausgebildet haben, von deren Werden und Wachsen freilich nichts verlautet.“ Sie zwang Ottone und Orso zur Flucht, was nach Kretschmayr nur einen Widerhall der Thronwechsel des Jahres 1024 im Reich und in Rom darstellte. Poppo setzte sich noch im Herbst 1024 listig in den Besitz von Grado „und hauste furchtbar in der wehrlosen Stadt“ (S. 145). Der neue Papst, „simonistisch emporgekommen“, erkannte Poppos Rechte, wenn auch unter Vorbehalt, an. Die „revolutionĂ€re Partei erkannte mit Schrecken, wessen Interesse ihre Erhebung gegen das ruhmreiche Herrscherhaus gefördert hatte.“ Die BrĂŒder, „zurĂŒckberufen oder nicht“, eroberten im Oktober/November 1024 Grado zurĂŒck. Noch im Dezember widerrief der Papst die Anerkennung der Rechte Aquileias. – Doch im MĂ€rz 1026 erschien Konrad II. in Italien, wurde zu Ostern 1027 zum Kaiser gekrönt. „Ihm galten die Venezianer fĂŒr Rebellen, die widerrechtlich Grado gegen Kaiser und Reich besetzt hielten“. „Man musste sie unterwerfen“, stellt Kretschmayr lakonisch fest. Konrad sei gewillt gewesen, den Versuch Ottos II. zu wiederholen, und der venezianischen UnabhĂ€ngigkeit ein Ende zu setzen (S. 146). Schon im FrĂŒhjahr 1026 hatte Konrad die BestĂ€tigung der venezianischen Privilegien verweigert. „Vertrieben oder aus eigenem Entschluss fliehend enteilte Otto an den Hof Romanos’ III. nach Konstantinopel.“ Ein „farb- und harmloser Verlegenheitskandidat“, nĂ€mlich „Pietro oder Domenico Centranico oder Barbolano“ wurde statt des FĂŒhrers der Opposition zum Dogen gewĂ€hlt. Ottone wurde zwar zurĂŒckgerufen, wĂ€hrend sein Bruder Orso das Amt des Dogen ĂŒbernahm, doch sei er, kaum 37-jĂ€hrig, in Konstantinopel gestorben (S. 148). „Orsos Verweserschaft erlosch von selbst“, glaubt Kretschmayr.

Weder die Debatte zwischen Gfrörer und Pinton, noch die zurĂŒckhaltendere Interpretation Ketschmayrs setzte sich in allgemeineren Darstellungen durch. So richtete sich die Opposition gegen die Orseolo vor allem gegen Macht und Reichtum der Familie, wie etwa die Ausgaben der EncyclopĂŠdia Britannica von 1911 und 1926 behaupteten: „the growing wealth and influence soon filled the Venetians with alarm“.cite-ref-20[20]

FĂŒr John Julius Norwich war Otto in seiner History of Venice, die zwischen 1977 und 2011 immer wieder aufgelegt wurde, „the youngest Doge in Venetian history“. Dabei folgt er dem Lob Dandolos ĂŒber den vorzĂŒglichen Charakter des 16-JĂ€hrigen. Nach Norwich habe er „indeed inherited many of his father’s characteristics, among them his taste for splendour and his love of power“. Mit Erfahrungen an beiden Kaiserhöfen ausgestattet brachte ihm die Ehe mit der besagten Ungarin „still more lustre to his position“. Die Besetzung der BischofsstĂŒhle mit seinen Familienangehörigen kommentiert der Autor mit: „He should have known better.“ Gegen sein Vorhaben, eine Erblichkeit des Dogenamts durchzusetzen, formte sich eine Opposition. Die ersten dunklen Wolken, so Norwich, tauchten 1019 mit der Ernennung Poppos auf. Folgt man dem Autor, so flohen Orso und Ottone 1022–23 nach Istrien. Nach ihm begann Poppo jedoch den Bogen zu ĂŒberspannen, als er „systematically“ Kirchen und Klöster ausraubte. Die zurĂŒckkehrenden BrĂŒder vertrieben „Poppo and his followers with surprisingly little fuss“ (Poppo war nach Dandolo nicht mehr in Grado), eine Synode wies 1024 Poppos AnsprĂŒche zurĂŒck. HĂ€tte der Doge nur „a modicum of sensitivity to popular opinion“ gezeigt, wĂ€ren die Orseoli vielleicht an der Macht geblieben. Doch Ottos Ehrgeiz war, wie immer, zu stark fĂŒr ihn, wie Norwich behauptet. Wie er knapp anmerkt, habe „a further scandal over Church appointments“ zum bekannten Sturz des Dogen gefĂŒhrt. Er habe – „seized, shorn of his beard“ – den Rest seines Lebens in Konstantinopel verbracht.cite-ref-21[21]

Quellen

Nur bis zum Ende der Regierungszeit von Ottones Vater reicht die Istoria Veneticorum des Johannes Diaconus, die in ungewöhnlicher Genauigkeit die politischen AktivitĂ€ten schildert, und die eines der Ă€ltesten venezianischen historiographischen Werke darstellt. Infolgedessen lĂ€sst sich das Geschehen ab 1009 nur noch auf der Grundlage sehr viel jĂŒngerer Quellen erschließen, zu denen vor allem das Werk des Dogen Andrea Dandolo zĂ€hlt.

‱ Luigi Andrea Berto (Hrsg.): Giovanni Diacono, Istoria Veneticorum (=Fonti per la Storia dell’Italia medievale. Storici italiani dal Cinquecento al Millecinquecento ad uso delle scuole, 2), Zanichelli, Bologna 1999 (auf Berto basierende Textedition im Archivio della LatinitĂ  Italiana del Medioevo (ALIM) der UniversitĂ€t Siena).
‱ La cronaca veneziana del diacono Giovanni, in: Giovanni Monticolo (Hrsg.): Cronache veneziane antichissime (= Fonti per la storia d’Italia [Medio Evo], IX), Rom 1890, S. 152, 154, 168, 170 f. (Digitalisat).
‱ Ester Pastorello (Hrsg.): Andrea Dandolo, Chronica per extensum descripta aa. 460–1280 d.C., (= Rerum Italicarum Scriptores XII,1), Nicola Zanichelli, Bologna 1938, S. 195, 202–208, 335, 361 f. (Digitalisat, S. 194 f.)

Literatur

‱ Giuseppe Gullino: Orseolo, Ottone, in: Dizionario Biografico degli Italiani, Bd. 79, 2013 (bildet die Grundlage fĂŒr den darstellenden Teil).
‱ Andrea Da Mosto: I Dogi di Venezia nella vita pubblica e privata, Mailand 1960, S. 27, 42–47.
‱ Andrea Da Mosto: I dogi di Venezia con particolare riguardo alle loro tombe, Ferdinando Ongania, Venedig [1939], S. 44 (Digitalisat, PDF); neu aufgelegt unter dem Titel I Dogi di Venezia, Florenz 1983, zuletzt 2003.
‱ Roberto Cessi: Venezia ducale, Bd. I, Venedig 1963, S. 377–380, 383 f., 389; Bd. II, Venedig 1965, S. 4 f., 8, 12, 27, 29 f., 49, 126 f., 168.
‱ Stefano Gasparri: Dagli Orseolo al comune, in: Lellia Cracco Ruggini, Massimiliano Pavan, Giorgio Cracco, Gherardo Ortalli (Hrsg.): Storia di Venezia dalle origini alla caduta della Serenissima, Bd. I: Origini–Età ducale, Rom 1992, S. 792–794.

Weblinks

Commons

: Ottone Orseolo

– Sammlung von Bildern

Anmerkungen

cite-note-11. ↑ Hier irrt Giuseppe Gullino, denn der Name der ungarischen Ehefrau ist nicht ĂŒberliefert, vgl. JĂŒrgen K. Schmitt: Peter Orseolo. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 6. Artemis & Winkler, MĂŒnchen/ZĂŒrich 1993, ISBN 3-7608-8906-9, Sp. 1931 f.
cite-note-22. ↑ Alfried Wieczorek, Hans-Martin Hinz, Magyar Nemzeti MĂșzeum (Hrsg.): Europas Mitte um 1000, Theiss, 2000, S. 783.
cite-note-33. ↑ Giuseppe Gullino, Orseolo, Ottone (vgl. Literaturangaben) nach Johannes Diaconus, Istoria Veneticorum, cap. 28b-29a, in der Edition von Giovanni Monticolo (vgl. Quellenangaben) S. 151 f.
cite-note-44. ↑ Johannes Diaconus, Istoria Veneticorum, cap. 30a, in der Edition von Giovanni Monticolo (vgl. Quellenangaben) S. 154 f.
cite-note-55. ↑ John Van Antwerp Fine: The Early Medieval Balkans. A Critical Survey from the Sixth to the Late Twelfth Century, University of Michigan Press, Ann Arbor 1983, Taschenbuchausgabe 1991, 9. Aufl., 2000, S. 276 (online, PDF).
cite-note-66. ↑ Flabànico, Domenico, doge di Venezia, Enciclopedie on line, Treccani.
cite-note-77. ↑ Roberto Pesce (Hrsg.): Cronica di Venexia detta di Enrico Dandolo. Origini–1362, Centro di Studi Medievali e Rinascimentali «Emmanuele Antonio Cicogna», Venedig 2010, S. 48 f.
cite-note-81. Evelyn Korsch: Bilder der Macht. Venezianische ReprÀsentationsstrategien beim Staatsbesuch Heinrichs III. (1574), Akademie Verlag, Berlin 2013, S. 41, Anm. 49.
cite-note-99. ↑ Pietro Marcello: Vite de’prencipi di Vinegia in der Übersetzung von Lodovico Domenichi, Marcolini, 1558, S. 48 f. zum Dogat (Digitalisat).
cite-note-1010. ↑ Șerban V. Marin (Hrsg.): Gian Giacomo Caroldo. Istorii VeneĆŁiene, Bd. I: De la originile Cetăƣii la moartea dogelui Giacopo Tiepolo (1249), Arhivele NaĆŁionale ale RomĂąniei, Bukarest 2008, S. 88–90 zum Dogat (online).
cite-note-1111. ↑ Heinrich Kellner: Chronica das ist Warhaffte eigentliche vnd kurtze Beschreibung, aller Hertzogen zu Venedig Leben, Frankfurt 1574, S. 19r–19v (Digitalisat, S. 19r).
cite-note-1212. ↑ Alessandro Maria Vianoli: Der Venetianischen Hertzogen Leben / Regierung, und Absterben / Von dem Ersten Paulutio Anafesto an / biss auf den itzt-regierenden Marcum Antonium Justiniani, NĂŒrnberg 1686, S. 164–167 (Digitalisat).
cite-note-1313. ↑ Jacob von Sandrart: Kurtze und vermehrte Beschreibung Von Dem Ursprung / Aufnehmen / Gebiete / und Regierung der WeltberĂŒhmten Republick Venedig, NĂŒrnberg 1687, S. 29 (Digitalisat, S. 29).
cite-note-1414. ↑ Johann Friedrich LeBret: Staatsgeschichte der Republik Venedig, von ihrem Ursprunge bis auf unsere Zeiten, in welcher zwar der Text des Herrn Abtes L’Augier zum Grunde geleget, seine Fehler aber verbessert, die Begebenheiten bestimmter und aus echten Quellen vorgetragen, und nach einer richtigen Zeitordnung geordnet, zugleich neue ZusĂ€tze, von dem Geiste der venetianischen Gesetze, und weltlichen und kirchlichen Angelegenheiten, von der innern Staatsverfassung, ihren systematischen VerĂ€nderungen und der Entwickelung der aristokratischen Regierung von einem Jahrhunderte zum andern beygefĂŒgt werden, 4 Bde., Johann Friedrich Hartknoch, Riga und Leipzig 1769–1777, Bd. 1, Leipzig und Riga 1769, S. 251–255. (Digitalisat).
cite-note-1515. ↑ Samuele Romanin: Storia documentata di Venezia, 10 Bde., Pietro Naratovich, Venedig 1853–1861 (2. Auflage 1912–1921, Nachdruck Venedig 1972), Bd. 1, Venedig 1853, S. 293–297, hier: S. 293 (Digitalisat).
cite-note-1616. ↑ August Friedrich Gfrörer: Geschichte Venedigs von seiner GrĂŒndung bis zum Jahre 1084. Aus seinem Nachlasse herausgegeben, ergĂ€nzt und fortgesetzt von Dr. J. B. Weiß, Graz 1872, zu Pietro II. Orseolo S. 357–425, zu Ottone S. 425–450 (Digitalisat).
cite-note-1717. ↑ Pietro Pinton: La storia di Venezia di A. F. Gfrörer, in: Archivio Veneto 25,2 (1883) 288–313 (Digitalisat) und 26 (1883) 330–365, hier: S. 353–359 (Digitalisat).
cite-note-1818. ↑ Francesco Zanotto: Il Palazzo ducale di Venezia, Bd. 4, Venedig 1861, S. 65–67, hier: S. 65 (Digitalisat).
cite-note-1919. ↑ Heinrich Kretschmayr: Geschichte von Venedig, 3 Bde., Bd. 1, Gotha 1905, S. 142–148.
cite-note-2020. ↑ Encyclopédia Britannica, 1911 und 1926, jew. S. 330.
cite-note-2121. ↑ John Julius Norwich: A History of Venice, Penguin, London u. a. 2011, S. 61–63.